Chronik (Seewalchen) 1881-1900: Unterschied zwischen den Versionen

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* Von 1889-1893 wirkt als Pfarrer P. Wolfgang Stockhammer.
* Von 1889-1893 wirkt als Pfarrer P. Wolfgang Stockhammer.
* 14.1.1889: Nachts um 10 Uhr brennt das Brauhaus in Litzlberg ab. Der Brand im Brauhaus entsteht durch Selbstzündung des Malzes auf der Darre. Sud- und Wohngebäude fallen dem Feuer zum Opfer. Die Stallungen werden mit Not gerettet. Wäre rechtzeitig eine Handspritze zur Verfügung gestanden, so hätte das Brauhaus leicht gerettet werden können, da der brennende niedere Torbogen, welcher den Brand vermittelte und fortsetzte, leicht abzudämpfen gewesen wäre. <br />
* 14.1.1889: Nachts um 10 Uhr brennt das Brauhaus in Litzlberg ab. Der Brand im Brauhaus entsteht durch Selbstzündung des Malzes auf der Darre. Sud- und Wohngebäude fallen dem Feuer zum Opfer. Die Stallungen werden mit Not gerettet. Wäre rechtzeitig eine Handspritze zur Verfügung gestanden, so hätte das Brauhaus leicht gerettet werden können, da der brennende niedere Torbogen, welcher den Brand vermittelte und fortsetzte, leicht abzudämpfen gewesen wäre. <br />
Der Sohn der Herrschaft Kammer, Husarenleutnant Anton Baron Horvath, stürzte bei einem scharfen Ritt zur Brandstatt und zog sich eine Verletzung zu, der er aber keine Beachtung schenkte. Er half eifrig bei den Bergungsarbeiten mit. Wenige Tage später erlag er einer Blutvergiftung. Sein Grab befindet sich links vom Haupteingange der Pfarrkirche in Schörfling. <br />
:Der Sohn der Herrschaft Kammer, Husarenleutnant Anton Baron Horvath, stürzte bei einem scharfen Ritt zur Brandstatt und zog sich eine Verletzung zu, der er aber keine Beachtung schenkte. Er half eifrig bei den Bergungsarbeiten mit. Wenige Tage später erlag er einer Blutvergiftung. Sein Grab befindet sich links vom Haupteingange der Pfarrkirche in Schörfling. <br />
* Im März beginnen die Aushebungsarbeiten für die Errichtung der Wirtschaftsgebäude beim Pfarrhof. Ende Juni stehen die Gebäude, aber zu klein, daher muss dann noch ein hölzerner Bau an der Straße errichtet werden.
* Im März beginnen die Aushebungsarbeiten für die Errichtung der Wirtschaftsgebäude beim Pfarrhof. Ende Juni stehen die Gebäude, aber zu klein, daher muss dann noch ein hölzerner Bau an der Straße errichtet werden.
== Chronik 1890 ==
== Chronik 1890 ==
* Anfang des Jahres herrscht die „Influenza“ (Grippe), sodass in sämtlichen Häusern zu gleicher Zeit die Leute liegerhaft werden.
* Anfang des Jahres herrscht die „Influenza“ (Grippe), sodass in sämtlichen Häusern zu gleicher Zeit die Leute liegerhaft werden.

Version vom 3. August 2009, 19:12 Uhr

Aus der Chronik der Marktgemeinde Seewalchen a. A.
<--- Chronik von Seewalchen a. A. 1871-1880

1881-1890

Chronik 1881

  • Im Jahre 1881 erfolgt die Trassierung wegen Erbauung der Vöcklabruck-Kammer-Bahn, wobei wegen verweigerter Grundabtretung einiger Besitzer die Enteignung erfolgt.

Chronik1882

  • Gemeindevorsteher 1882-1885: Anton Stallinger, Sägemüller in Pettighofen 14.
  • 16.4.1882: Mit Gemeindeausschussbeschluss wird Herr Anton Peyr, ehemaliger Papiermüller in der Au, in Würdigung seiner Verdienste als 1. Bürgermeister zum Ehrenbürger der Gemeinde Seewalchen ernannt.
    Peyr war auch Abgeordneter zu den Reichstagen in Frankfurt 1848 und Kremsier 1849.
  • 30.4.1882: Feierliche Inbetriebnahme der „k.u.k. Priv. Localbahn“ Vöcklabruck-Kammer mit einem Jubiläumszug: Wien-Kammer.

Chronik 1883

  • Der Amthof wird an den ehemaligen Schlossherrn von Starhenberg, Rudolf Seyrl, Haag a.H., verkauft. Wirtschaftliche Überlegungen dürften zu diesem Entschluss des Klosters Michaelbeuern geführt haben.

Einige Joch kommen zum Pfarrhof, aber zur Verbuchung ans Stift Michaelbeuern.
Der Kaufpreis beträgt fl. 32.000.-- öst. Währung.

Chronik 1884

Amthof
(Originaltext von Max Laminger)

Der Amthof war im jahrzehntelangen Besitze des Stiftes Michaelbeuern, verwaltet von den jeweiligen Pfarrern der Pfarre Seewalchen, welche neben der Seelsorge für ihre Pfarrkinder nur nebenbei sich der Verwaltung des großen landwirtschaftlichen Betriebes widmen konnten, und so nach und nach ein offensichtlicher Rückgang der Erträge dieses so schönen Besitzes eintreffen musste. Alle möglichen und unmöglichen Arbeitskräfte wurden für die landwirtschaftlichen Arbeiten eingestellt, ohne Prüfung deren Leistungsfähigkeit, so wurden auch unter anderem für die Erntedruscharbeiten Drescher in langjähriger Verwendung durch die dem Amthof umliegenden Häuseln, welche infolge der langjährigen Einstellung der Besitzer als Drescherhäusl bekannt waren, eingestellt. Zur Druschzeit zogen die Drescher ihre breitgehaltenen Raschschuhe an, welche die entsprechenden Weiten und Größen hatten und begannen den Drusch mit gewohntem Pflichteifer.
Sie konnten nicht verhindern, dass bei „eifriger Arbeit“ sich auch die leeren Stellen der Raschschuhe mit dem Getreide füllten, so dass sie gezwungen waren, sehr oft an den Druschtagen sich zu ihren Häuserln zu bemühen, um durch Entleeren und Reinigen der Raschschuhe für ihre Füße Platz zu schaffen und so ihrer Pflicht als Drescher wieder nachkommen zu können.
Natürlich konnte man den Dreschern nicht zumuten nach Druschendigung das in ihren Häusln angesammelte Getreide, das ohne ihr Zutun sich in den Schuhen verirrte, in den Amthof zurückzubringen, sondern zum eigenen Lebensunterhalt zu verwenden. Es ist selbstverständlich, dass dieser Vorgang der Getreideverirrung nur ein kleiner Auszug der verschiedenen anderen Vorgänge, die das Erträgnis des Amthofes nicht förderten, ist, so dass das Stift Michaelbeuern beschloss, das Gut samt den zugehörigen Gründen an den Herrn Gutsbesitzer Rudolf Seyrl in Haag a. H. zu verkaufen.
Der neue Besitzer des Amthofes schaffte sofort Ordnung durch Einstellung geschulter landwirtschaftlicher Dienstboten sowie eines tüchtigen Maurers.
Natürlich waren durch diese Einstellungen alle früheren Angestellten einschließlich der Drescher ihrer Arbeit enthoben. Die so lange Jahre in Verwendung gestandenen Raschschuhe konnten infolge Alter keine Verwendung als Schuhbekleidung finden, so wurden dieselben zu Hühner-Legenestern zugerichtet und es soll dem Vernehmen nach den Hühnern gelungen sein, während des Eierlegens noch Körner aus den ehemaligen Raschschuhen herauszupicken.
  • Im Jahre 1884 wird die Haltestelle Siebenmühlen errichtet.

Chronik 1885

  • Gemeindevorsteher 1885-1888: Franz Stigler, Bauer in Kemating Nr. 7.
  • Von 1885-1889 wirkt als Pfarrer P. Modest Lienbacher.
  • Im Jahre 1885 ist großer Hagelschlag in der Gemeinde und werden aus dieser Ursache Steuerabschreibungen in der Höhe von fl. 1075.44 xr. seitens des Steueramtes Vöcklabruck vorgenommen.

Restaurierung der Pfarrkirche

Mit der Restaurierung der Pfarrkirche wurde begonnen und im Jahre 1887 beendet. Die Kosten des neuen Hochaltars betrugen fl. 1400, die der Kanzel fl. 500.
(In der Chronik wurde der frühere Altar als in „Zopfstil“ [soll heißen Barockstil] erbaut bezeichnet und geschildert als ein „Konglomerat“ von hässlichen Statuen und Vasen, von wurmstichigen, von Zeit zu Zeit herabstürzenden Verzierungen und Brettern und massiven Balken. Die Seitenaltäre waren um nichts besser.
Die Skizze zum neuen Hochaltar entwarf Kunsttischler Karl Maurer von Linz und diese wurde verbessert und abgeändert durch den Domarchitekten Otto Schirmer aus Linz. Der alte Altar wurde Ende Juni 1887 abgetragen und das mittlere Fenster ausgebrochen. Der jetzige Hochaltar wurde am 26. Juni 1887 geweiht. Die neue Kanzel stammt von Linzinger aus Linz.
Große Wohltäter der Kirche sind an den Fenstern verewigt, zum Beispiel Theresia Schachl, Auszugbäuerin von Ainwalchen, Anton Stallinger, Kleinmüller von Siebenmühlen-Pettighofen, Anna Maria Ebetsberger, ledige Bauerntochter vom Starzbauerngute in Gerlham, der Jungfrauenbund, Theresia Paulick, Villenbesitzerin aus Wien, und ungenannte Spender. Das dritte, auf der Nordseite des Presbyteriums gelegene Fenster mit einem lieblichen Engelsköpfchen (Paulick-Fenster) wurde von der Firma Geyer in Wien hergestellt, während die übrigen von Rudolf Schadmayr in Salzburg angefertigt wurden.
Die Herz-Jesu-Statue spendete Anna Maria Ebetsberger (Gerlham), auch im Namen ihrer Angehörigen und die „Immaculata“ die Egger-Geschwister (Steindorf).
  • 5.5.1885: Aus unbekannter Ursache brennt das Anwesen „Bauer in Baum“ nieder.
  • Rechnungsabschluss: Einnahmen 1885: fl. 3078.80 xr.; Ausgaben: fl. 2200.24 ½ xr.
  • Im Jahre 1885 wird die Kapellermühle an der Ager versteigert. Der neue Besitzer heißt Raudaschl (seither Raudaschlmühle).

Chronik 1886

  • Im September ertrinkt beim Baden im Attersee Mathias Mayr, Bauernsohn vom Koaserbauerngut. Er badete gewöhnlich unter der Bäumler-Villa und stand im Alter von ca. 80 Jahren.
Der Verunglückte hatte 50 fl. zur Kirchenverschönerung vermacht, welcher Betrag zur Anschaffung des Fensters nächst der Sakristei verwendet wurde.

Chronik 1887

  • 19.5.1887: Die Maria-Lourdes-Kapelle in Kraims wird eingeweiht. Der Bauernsohn Wolfgang Starzinger, gestorben am 9. Juni desselben Jahres, hat es von seinem Heiratsgute erbauen lassen.
  • Im Juni 1887 brennt das Anwesen Kroiß, Ainwalchen 13, bis auf die Grundmauern ab.
  • Im September 1887 brennt das Anwesen der Mathias Mühlbacher, Kraims Nr. 6, bis auf den Grund nieder.
  • Friedrich Paulick lässt an Stelle eines baufälligen Bauernhauses (Nr. 54) [Botenhäusl auch Reifhaus] eine Villa, das Eschenhaus (Promenade 8) ausschließlich für Sommerwohnungen erbauen.

Chronik 1888

  • Gemeindevorsteher 1888-1891: Michael Aicher, Bauer in Buchberg 9.
  • Im Jahre 1888 wird die Gemeinde von Hagelschlag betroffen.

Chronik 1889

  • Von 1889-1893 wirkt als Pfarrer P. Wolfgang Stockhammer.
  • 14.1.1889: Nachts um 10 Uhr brennt das Brauhaus in Litzlberg ab. Der Brand im Brauhaus entsteht durch Selbstzündung des Malzes auf der Darre. Sud- und Wohngebäude fallen dem Feuer zum Opfer. Die Stallungen werden mit Not gerettet. Wäre rechtzeitig eine Handspritze zur Verfügung gestanden, so hätte das Brauhaus leicht gerettet werden können, da der brennende niedere Torbogen, welcher den Brand vermittelte und fortsetzte, leicht abzudämpfen gewesen wäre.
Der Sohn der Herrschaft Kammer, Husarenleutnant Anton Baron Horvath, stürzte bei einem scharfen Ritt zur Brandstatt und zog sich eine Verletzung zu, der er aber keine Beachtung schenkte. Er half eifrig bei den Bergungsarbeiten mit. Wenige Tage später erlag er einer Blutvergiftung. Sein Grab befindet sich links vom Haupteingange der Pfarrkirche in Schörfling.
  • Im März beginnen die Aushebungsarbeiten für die Errichtung der Wirtschaftsgebäude beim Pfarrhof. Ende Juni stehen die Gebäude, aber zu klein, daher muss dann noch ein hölzerner Bau an der Straße errichtet werden.

Chronik 1890

  • Anfang des Jahres herrscht die „Influenza“ (Grippe), sodass in sämtlichen Häusern zu gleicher Zeit die Leute liegerhaft werden.
  • 15.2.1890: Das Aberlbauerngut in Steindorf Nr. 25 brennt ab.
  • 3.3.1890 Aus der Pfarrchronik

Die außerordentlich beliebte und bekannte Persönlichkeit Johann Paul Pfeffer, Bäckermeister und Fischer am See, verstirbt. Er hatte um zum Fischfangen am kommenden Tage in den See gelangen zu können, zirka 3 Stunden Eis aufgehackt, war dann zum Kaffee nach Hause gekommen und dann eiligst auf die Eisbahn zum Hofwirth Köck in Kammer gegangen, um dort am Eisschießen teilzunehmen. Als er das zweite Mal schießen wollte, stürzt er vom Herzschlage getroffen, lautlos tot zusammen. Unter allgemeiner Teilnahme wird er zu Grabe getragen erst 44 Jahre alt. Requiescat in Pace.

  • Im Mai Hagel, im Juli Hagel und Wolkenbruch, am 14. August wieder Hagel.
  • 22.7.1890: Ein Blitz schlägt während des sonntäglichen Hauptgottesdienstes in den Kirchturm, glücklicherweise ohne zu zünden.
  • 26.7.1890: Die neue Orgel von Albert Mauracher in Salzburg wird aufgestellt und geweiht. Beim Orgelbau wird auch die Sängerempore um den vorspringenden Teil erweitert.
  • 31.7.1890: Feierliche Primiz eines Pfarrkindes, des hw. Herrn Gottlieb Gebetsberger von Haining, derzeit Pfarrer in Theresienfeld in Niederösterreich.

1.-6.9.1890: Der Attersee tritt infolge Hochwasser an vielen Stellen aus den Ufern.


Volkszählung
(Aus der Pfarrchronik)

  • In der letzten Dezemberwoche 1890 wird durch Kooperator Pater Coelestin, Schulleiter Gattringer und Lehrer Hebmüller (?) die allgemeine Volkszählung von Haus zu Haus vorgenommen.
  • Ergebnis: politische Gemeinde Seewalchen: 1623 (1956: 3160) von der politischen Gemeinde Timelkam gehören zur Pfarrgemeinde Seewalchen 129, und von der politischen Gemeinde Berg 125.
  • Die Pfarrgemeinde Seewalchen zählt also 1877 Seelen davon 70 Protestanten.(Anmerkung 1956: 368 Protestanten).
  • Rechnungsabschluss: Einnahmen 1890: fl. 4905.10 xr.; Ausgaben; fl. 3680.89 xr.

Chronik von Seewalchen