Johann Eicher

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Konsulent Johann Eicher

Konsulent Johann Eicher (* 20. Mai 1942 in Vöcklabruck) ist Landwirt, Heimat- und Erbhofforscher sowie Entdecker vieler Bodendenkmale.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Johann Eicher wurde am 20. Mai 1942 in Vöcklabruck geboren. In der Volksschule Seewalchen war er der Klassenbeste, wie sich auch seine Mitschülerin Dr. Gexi Tostmann erinnert. Als einziger Sohn der Landwirtefamilie Eicher in Baum, Gemeinde Berg im Attergau, war die Hofübernahme vorgegeben und damit ein höheres Studium ausgeschlossen.

1968 übernahm Johann Eicher mit seiner Gattin Maria den elterlichen Hof in Baum. Einen Schwerpunkt bildete die Forstwirtschaft, die einen besonderen Stellenwert im Leben von Johann Eicher hat. Die Waldfläche wurde durch Zukäufe mehr als verdoppelt. Johann Eicher legte schon vor vielen Jahren Christbaumkulturen an, die in der Zwischenzeit einen Schwerpunkt der Landwirtschaft bilden.

2006 übergab er die Landwirtschaft an seine Tochter Maria und Schwiegersohn Clemens.

Johann Eicher ist Vorstandsmitglied im Heimatverein Attergau.

Erbhofforschung

Erbhofplakette
Johann Eicher im OÖ. Landesarchiv

Der Bauernhof Eicher (früher Aicher) ist ein Erbhof (mindestens 200 Jahre im Familienbesitz) und hat eine Geschichte, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Angeregt durch dieses Erbe, begann Johann Eicher sich schon als Schüler mit der Geschichte des elterlichen Hofes und Geschichte allgemein zu beschäftigen. Dies führte dazu, dass er später immer wieder gebeten wurde, auch andere Haus- und Familienchroniken zu erstellen.

Mehrere Gemeinden in der Region Attersee-Attergau beauftragten ihn mit der Erbhofforschung. So erstellte er Erbhofunterlagen für die Gemeinden Straß im Attergau, Seewalchen am Attersee, Berg im Attergau und Weißenkirchen im Attergau.

Bodendenkmale

Johann Eicher erklärt ein Hügelgrab
Mag. Heinz Gruber, Bundesdenkmalamt, und Konsulent Johann Eicher

Durch sporadische Funde von Keramik auf seinen Feldern beschäftigte sich Johann Eicher auch zunehmend mit Bodendenkmalen.

In den 1970er Jahren entdeckte er die ersten Hügelgräber im Baumer Holz, Gemeinde Seewalchen am Attersee. Diese Fundstellen wurden ihm auch von Frau Dr. Pollak, Bundesdenkmalamt, bestätigt. Ganze Hügelgräberfelder wurden von ihm im Attergau und darüber hinaus entdeckt, ebenso wie mittelalterliche Burgställe, Wölbäcker und alte Straßenverläufe. Vieles von seinen Entdeckungen wurde vom Bundesdenkmalamt dokumentiert und teilweise unter Schutz gestellt. Noch mehr wartet aber noch auf eine wissenschaftliche Aufarbeitung.

Einen Höhepunkt im Wirken von Johann Eicher stellten die Grabungen des Bundesdenkmalamtes im Rahmen des Projektes Attergau-Zeitreise in den Jahren 2005 und 2006 dar. Drei Hügelgräber im Baumer Holz, Seewalchen am Attersee, und Dienstberg, Berg im Attergau, wurden untersucht. Die Funde wurden restauriert und in einer Ausstellung im Wirtshaus in Baum der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Hügelgräberausstellung befindet sich seit 2011 im Haus der Kultur in St. Georgen im Attergau.

Johann Eicher war auch Berater eines Grabungsteams der Universität Wien, das unter Leitung von Prof. Tim Taylor, archäologische Grabungen auf dem Buchberg durchführte.

In den Jahren 2015 wurde nach Hinweisen der Grundbesitzerfamilie Eder und weiteren Funden durch Johann Eicher die Firma ZAMG Archeo Prospections durch den Heimatverein Attergau mit der geophysikalischen Prospektion der Verdachtsfläche in Königswiesen bei St. Georgen im Attergau beauftragt. Die Ergebnisse der Jahre 2015 bis 2017 zeigten einen vermutlich groß angelegten römischen Gutshof. Im Juli 2020 wurden erste Ausgrabungen durch die Universität Salzburg in Partnerschaft mit der OÖ Landes-Kultur GmbH. und dem Heimatverein Attergau durchgeführt, die eine große Anzahl von Fundstücken ans Tageslicht brachte. Siehe auch: Römer im Attergau.

Ehrungen

  • 2001: Verleihung der Medaille für Verdienste um den Denkmalschutz durch Frau Bundesminister Dr. Elisabeth Gehrer in Krems.
  • 2003: Verleihung des Titels Konsulent durch den Landeshauptmann von Oberösterreich Dr. Josef Pühringer.

Weblinks

Quellen