Kapellen in Weißenkirchen: Unterschied zwischen den Versionen

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17 '''Kapellen''' wurden in der Gemeinde [[Weißenkirchen im Attergau]] errichtet. Diese stolze Anzahl zeugt von einem tief verwurzelten religiösen Leben in der kleinen Pfarrgemeinde.
Die '''Kapellen in [[Weißenkirchen im Attergau]]''' zeugen von einem tief verwurzelten religiösen Leben in der kleinen Pfarrgemeinde.  
== Glasmacher-Kapelle ==
[[Bild:GlasmacherKapelle.jpg|thumb|right|Glasmacher-Kapelle]]
Die Glasmacher-Kapelle steht in [[Freudenthal]] auf dem Gelände der
1942 stillgelegten und 1955 abgebrochenen
Glasfabrik.


'''Besitzer:''' Familie Stimpfl-Abele, Freudenthal 1.
==Einleitung==
Glauben und Religion haben in unserer Region einen hohen Stellenwert, der seinen Ausdruck in den vielen Kirchen, Kapellen und Marterl findet. Heilige Orte sind Zeichen, dass Menschen sich für Gott „geöffnet“ haben. Sie stehen als Zeichen zur Ehre Gottes an unseren Wegen und Straßen. Sie wurden errichtet zum Schutz der Fluren und Felder, oder aus Dankbarkeit, sind zugleich Orte der Erholung und geistigen Einkehr. Sie laden den Vorübergehenden zu Andacht und befreiendem Gebet ein. Sie sind ein uns nachgehender Segen, der uns Kraft gibt, wenn wir uns sammeln und wieder den Weg unseres Lebens weitergehen.  
{{Kapellen in Weißenkirchen}}


'''Einrichtung:''' Der Altartisch ist eine alte
== Quelle ==
Steinplatte aus der Fabrik. Der Unterbau
wurde mit Schamottziegeln aus
dem Glasofen aufgebaut. Beiderseits
steht je ein Glashafen, auch das Kreuz
an der Altarwand stammt aus der alten
Fabrik. Den Altar zieren zwei Glaskerzenleuchter.
An den Seiten sind annaglasfärbige
Fenster. Ein Eisengitter
schließt den Altarraum ab.
Das Glockentürmchen am Walmdach
ist mit einem Kreuz versehen.
 
'''Entstehung:''' Urkundlich wird 1815 eine
Kapelle in Freudenthal erwähnt. Die
Kapellen- und Glockenweihe fand am
26. September 1970 statt.
 
 
 
 
== Hubertus-Kapelle ==
[[Bild:HubertusKapelle.jpg|thumb|right|Hubertus-Kapelle]]
Die Hubertus-Kapelle steht an der Schwarzenbergstraße zum [[Lichtenberg]].
 
'''Besitzer:''' Familie Rauchenzauner am
Pauschingergut in [[Egg]] 5.
 
Hans Mairhofer-Irrsee machte den Entwurf
zu dieser Holzblock-Kapelle. Sie
wurde auch unter seiner Leitung aufgebaut.
Weidmänner und Forstherrschaften
spendeten die dazu benötigten Bloche.
 
'''Einrichtung:''' Ein mächtiger Eichentisch
dient als Altar. Den Altarraum ziert ein
Eichenholz-Relief-Bild der Mutter Gottes
mit dem Jesuskind auf dem Arm. In
den oberen Ecken sind St. Hubertus
und der Hirsch mit Kreuz dargestellt.
Zwei schmiedeeiserne Kerzenleuchter
für je drei Kerzen flankieren das würdige
Bild von Hans Mairhofer-Irrsee.
Das Dach ist mit Holzschindeln eingedeckt
und mit einem Eisenkreuz gekrönt. Die Weihe erfolgte am 7. Mai
1983. Seither wird jedes Jahr zum Hubertusfest
in der Kapelle ein Gottesdienst
abgehalten.
 
 
== Reitererbauern-Kapelle ==
[[Bild:ReiterbauernKapelle.jpg|thumb|right|Reiterbauern-Kapelle]]
 
''Besitzer:''' Familie Gramlinger, Weißenkirchen 5.
 
'''Einrichtung:''' Den Altarraum schmücken
ein Kreuz und zwei Statuen aus
Gips (Muttergottes und hl. Josef). Ein
Eisengitter mit Monogramm schließt
den Raum ab.
Früher stand in der Kapelle ein sehr
schöner Barockaltar, der die fünf Geheimnisse
des Schmerzhaften Rosenkranzes
darstellte. Im Juni 1989 wurde
die ganze Einrichtung (14 Figuren) geraubt.
Außen ist die Kapelle mit einem schönen
Giebel versehen.
 
'''Entstehung:''' Bei der Renovierung 1968
fand man oberhalb des Kapellengitters folgende Inschrift: ''„Zu Ehren des bitteren Leidens und Sterbens Jesu Christi hat Theresia Köttl diese Kapelle errichten lassen: Anno 1846."''
In der Familie erzählt man, dass Theresia
Köttl nach dem frühen Tod ihres
Mannes (1837 an Nervenfieber) das
Versprechen machte, wenn sie auf sich
allein gestellt die Wirtschaft gut durchbringen
sollte, eine Kapelle zu erbauen.
Diese Kapelle ist die 3. Fronleichnamsstation
der Pfarre.
Am 11. Juni 1944 nahm Pfarrer Estermann
hier Zuflucht mit dem Allerheiligsten,
als bei der Fronleichnamsprozession
feindliche Tiefflieger über den
Rehberg kamen.
Bis nach dem 1. Weltkrieg wurde hier
von Mai bis September (Erntedank) am
Samstag und Sonntag abends der Rosenkranz gebetet.
 
 
== Waldbauern-Kapelle ==
[[Bild:WaldbauernKapelle.jpg|thumb|right|Waldbauern-Kapelle]]
Am Güterweg von Weißenkirchen
nach [[Geßligen]] beim Kristiangut.
 
'''Besitzer:''' Familie Eggl, Geßligen 9.
 
'''Einrichtung:''' Der Barockaltar hat als
Mittelstück die „Schwarze Madonna"
von Altötting. Neben der Statue stehen
je ein Reliquienbild (Kastenbild) mit
Steinen aus dem Heiligen Land mit Beschriftung.
Der innere Kapellenraum ist mit einem
als Bienenwaben gemusterten Eisengitter
abgeschlossen.
Das Dach ziert ein passauisches Giebelkreuz
mit zwei Balken.
 
'''Entstehung:''' Nicht bekannt, jedenfalls
vor 1784 (Passauer Doppelkreuz).
Die Kapelle dient als 2. Station der
Weißenkirchner Fronleichnamsprozession.
''Die Waldbauernkapelle siebenmal besucht gilt soviel wie eine Altöttinger Wallfahrt.''
 
 
== Scherndl-Kapelle ==
[[Bild:ScherndlKapelle.jpg|thumb|right|Scherndl-Kapelle]]
Am Geßlinger Güterweg in Hipping.
 
'''Besitzer:''' Familie Scherndl, Höfingergut,
Geßligen 16.
 
'''Einrichtung:''' Neugotischer Altaraufbau
mit drei Statuen: Maria mit Kind, St.
Florian, St. Barbara. Zwei Kerzenleuchter
zieren den Altar. An der Nordwand
ein gemaltes Marienbild und ein Votivbild.
Am Eingang ein Weihwasserbecken
aus Stein. Der Altarraum ist mit einem
Schmiedeeisengitter geschützt.
Im Giebel ein Rundbild: Maria mit
Kind.
Über dem Türsturz ein vierblättriges
Kleeblatt. Rechts und links neben der
Eingangstür Stuckkreuze.
 
'''Entstehung:''' Josef und Theresia Meinhart
errichteten den Rohbau der Kapelle.
1876 wurde das Anwesen an Michael und Johann Loidl verkauft, diese
überließen dem Nachbarn Georg
Scherndl die Kapelle. Ein Hinweis für
den Ausbau zeigt uns die Votivtafel:
''"Josef Breinstampf der am 21. 5. 1852 durch den Umsturz einer Streufuhr im Wald unter dem Wagen seinen Tod fand (geb. 3. 2. 1822, in Geßligen 13) v. s. Bruder Georg - Pöndorf."''
Am Georgitag wurde um 4 Uhr früh
Rosenkranz gebetet, anschließend gingen
die Frauen in den Stall und die
Männer steckten die Palmbuschen auf
Felder und Wiesen. Von Mai bis September
wurde jeden Samstagabend
und Sonntag um 12.15 Uhr der Rosenkranz gebetet.
 
 
== Brandstattmühler-Kapelle ==
[[Bild:BrandstattmühlerKapelle.jpg|thumb|right|Brandstattmühler-Kapelle]]
Liegt an der alten Straße neben dem
Holzlagerplatz.
 
'''Besitzer:''' Familie Griesmayr, [[Brandstatt]] 5.
 
'''Einrichtung:''' Im Altarraum steht die
aus Eichenholz geschnitzte Statue des
hl. Florian.
Vier gedrechselte Kerzenleuchter und
zwei gedrechselte Blumenvasen zieren
den Altar.
An den Wänden Herz-Jesu- und Herz-
Marien-Bilder. Den Altarraum schließt
ein altes Schmiedeisengitter mit Lanzenstäben
ab. Die Decke und die Vorbaubalken
sind geschnitzt und mit
dem Monogramm der Besitzer und der
Jahreszahl 1977 (Neuerrichtung) versehen.
 
'''Entstehung:''' Ist unbekannt.
 
Da sie an einem Fluss steht ist es begreiflich,
dass sie dem Schutzpatron
gegen Wasser- und Feuersgefahr geweiht
ist.
 
 
== Reschen-Kapelle ==
[[Bild:ReschenKapelle.jpg|thumb|right|Reschen-Kapelle]]
Steht am Güterweg nach [[Grub]].
 
'''Besitzer:''' Familie Hufnagl am Lachergut,
[[Stadln]] 11/12.
 
'''Einrichtung:''' Das Mittelbild des Altares
ist ein Maria-Hilf-Bild davor die
Schwarze Madonna von Altötting
(Gips). Zwei Bischofsfiguren, hl. Wolfgang
und hl. Augustinus, flankieren
das Mittelbild. Über dem Aufbau sind
zwei Engelputti auf Wolken angebracht.
Zu beiden Seiten des Altars befinden
sich acht verschiedene Bilder, darunter
ein Glaskastenbild mit einem Eisennagel,
der auf einer Pilgerfahrt nach Rom
mit einem Kreuznagel Christi berührt
wurde.
Der Altarraum ist durch ein geschnitztes
Holzgitter abgeschlossen, das die
Jahrzahl und das Monogramm der
Erbauer Georg und Anna Resch trägt.
18 GAR 70.
Die Kapelle ist mit Kupfer eingedeckt
und bietet für 22 Besucher Platz.
 
'''Entstehung:''' Eine Frau (möglicherweise
Maria Resch, geb. 11. Jänner 1831) lenkte
einen Heuwagen den Kirchweg bergab,
der Wagen kam in schnelle Fahrt
und überrollte die Frau, die zu Boden
gefallen war. Dabei wurde die Wirbelsäule
gebrochen und sie war sofort tot.
An der Unglücksstelle wurde eine
Kreuzsäule errichtet, die 1870 durch
eine Kapelle ersetzt wurde.
Früher hielten die Dorfbewohner von
[[Grub]] und die Familie Resch im Mai jeden
Abend hier eine Andacht.
 
== Mairinger-Kapelle ==
[[Bild:MairingerKapelle.jpg|thumb|right|Mairinger-Kapelle]]
In der Nähe des Mairingerhauses in [[Pabigen]]
2.
 
'''Besitzer:''' Familie Steinbichler, Pabigen.
 
'''Einrichtung:''' Der barocke Altar hat im
Mittelstück eine Statue der Mutter Gottes
aus Lourdes, welche mit einem
Strahlenkranz-Herz geschmückt ist.
Zwei Holzstatuen, Bischöfe darstellend,
wurden während des 1. Weltkrieges
gestohlen. Den Altarraum schließt
ein Eisengitter ab.
 
'''Entstehung:''' Die Altbäuerin des Mairingerhauses
ist bei einem Sturz vom
Kirschbaum ohne Schaden zu erleiden
am Leben geblieben. Zum Dank errichtete
das Ehepaar im Jahre 1875 diese
Kapelle, die der Muttergottes von
Lourdes geweiht wurde.
Von Georgi bis Erntedank wurde am
Samstag, Sonn- und Feiertag abends
der Rosenkranz gebetet. Bis 1971 war
das samstägige Gebet „Ums Kornfeld" üblich.
 
 
== Eder-Kapelle ==
[[Bild:EderKapelle.jpg|thumb|right|Eder-Kapelle]]
Nordöstlich des Ederhauses an der alten
Gemeindestraße.
 
'''Besitzer:''' Familie Innerlohinger am
Wielandgut, [[Tuttingen]] 5.
 
'''Einrichtung:''' Im Altarraum ein schönes
Maria-Hilf-Bild aus Mondsee und fünf
gedrechselte Ovalbilder: „Gott hört alles"
(Ohr) - „Gott sieht alles" (Auge) -
„Gott belohnt alles" (Hand Gottes mit
Fürstenkrone) - „Gott weiß alles" (Gott
Vater mit erhobener Hand und Weltkugel)
- „Gott bestraft alles" (Hand mit
Feuerschwert).
Ein Kreuz, eine kleine Lourdesgrotte,
eine Glasampel, Herz-Jesu- und Herz-
Maria-Bilder vervollständigen die Inneneinrichtung.
Ein Schmiedeeisengitter
schützt den Altarraum.
 
'''Entstehung:''' Wahrscheinlich war ein
Mordfall der Grund der Errichtung.
''Am 26. 1. 1717 ist Maria des Wolfen Hemetsberger Durtinger Tochter, welche am Sonntag vorher an der Kürchzeit zu Hause gewachtet oder gammt hat, hernach ausgeraubt in dem Häusl und von den schlimmen Leuten gar ermordet worden.''
Das Maria-Hilf-Bild kostete 30 Silbertaler.
Beim Auszahlen des Bildes beobachtete
man den Bauern und vermutete
noch mehr Geld bei ihm und verfolgte
den Käufer. Der Weg ging stets
durch die Wälder. Doch die Verfolger
konnten den Träger des Bildes niemals
sehen. Erst als sie den Wald im Freudenthal
verließen, sahen die Räuber
den Bildträger vor sich, aber da wagten
sie keinen Überfall mehr.
In der Kapelle wurde früher an den
Samstagabenden der Rosenkranz gebetet.
 
 
== Köttl-Kapelle in Moos ==
[[Bild:KöttlKapelle.jpg|thumb|right|Köttl-Kapelle]]
Im Hausgarten am Schiemergut zu Aibitzmoos.
 
'''Besitzer:''' Familie Geyer, Roth 9
 
'''Einrichtung:''' Auf einem niedrigen Altarsockel
stehen eine Lourdesmadonna,
ein Kreuz und zwei Kerzenleuchter.
Je zwei Bilder und Spruchtafeln
hängen an der Wand.
1916 wurde eine hölzerne Marienstatue
aus der Kapelle gestohlen. Ein
Schmiedeeisengitter schließt die Kapelle
ab. Das vierseitige Giebeldach krönt
ein Eisenkreuz.
 
'''Entstehung:''' Die Kapelle wurde 1854
mit dem Köttlhaus aufgebaut.
 
''"Dieses Haus wurde durch Anton und AM. Köttl von Grund auf neu gebaut. Im Jahre 1854 und damals ist das Schankrecht in Brauch gekommen"''
heißt es auf einer Marmortafel.
Die Anwesen des Köttl in Moos, des
Wirts in Schrankbaum und in Weißenkirchen
wurden damals in gleicher
Bauform errichtet (Hausruckhof).
Vor Christi Himmelfahrt haben sich bei
der Köttl-Kapelle die Altötting-Wallfahrer
versammelt.
 
 
== Köck-Kapelle - Rethbauern-Kapelle ==
[[Bild:KöckKapelle.jpg|thumb|right|Köck-Kapelle]]
Die Kapelle zum Guten Hirten am Güterweg
Schrankbaum neben dem Bauernhaus
(vlg. Schlager).
 
'''Besitzer:''' Familie Köck, Reitern 26.
Köck-Kapelle
 
'''Einrichtung:''' Auf dem Altar steht eine
Muttergottesstatue („Wandernde Madonna").
Rechts und links neben der
Madonna sind Engelputti angebracht.
Vier Säulen, sie stellen die vier Evangelisten
dar, tragen einen Baldachin,
auf dem ein Kreuz steht. Die Wände
zieren Spruchtafeln, ein Kreuzweg und
verschiedene Bilder.
An der Decke sind der Hl. Geist als
Taube und das Auge Gottes im Dreieck
dargestellt. Eine Glocke läutet jeden
Tag um 6 Uhr früh und zu den Andachten,
die von Mai bis Oktober in
der Kapelle gehalten werden.
Einweihung: Fand am 19. Mai 1997 bei
einer Maiandacht statt.
 
'''Entstehung:''' Errichtet wurde diese Kapelle zum
Dank und zur Ehre Gottes.
Entwurf und Ausstattung: Hr. Schneeweiß,
Straßwalchen.
 
 
== Schmied-Kapelle ==
[[Bild:SchmiedKapelle.jpg|thumb|right|Schmied-Kapelle]]
Stand bis 1987 an der Straße in Richtung
Pölzleiten-Wienerröth, wurde in
der Nähe des Hauses neu errichtet und
1998 geweiht.
 
'''Besitzer:''' Familie Lachner am Friedlreithgut
zu Schübligen, Reittern 7.
 
'''Einrichtung:''' Altaraufbau mit Statuen
im Nazarenerstil: Maria mit Kind, Krone
und Szepter, hl. Florian, hl. Leonhard,
Engelstatuen und einem Dreifaltigkeitsbild
über der Madonna. Vier
Kerzenleuchter vervollständigen diesen
schönen Altar.
Eine Ewiglichtampel - Glasherz mit
Dornenkrone - ist an der Decke angebracht.
Zur Innenausstattung gehört auch ein
Bilderkreuzweg. Ein Schmiedeeisengitter
mit dem Monogramm JJL und der
Jahreszahl 1882 schließt den Altarraum
ab.
Das Glockentürmchen auf dem Dach
ist mit einem Kreuz versehen.
 
'''Entstehung:''' Johann und Johanna Lachner
ließen 1882 nach einem Unglücksfall
die Kapelle errichten. Der 30-jährige
Sohn Matthias stürzte 1875 von einem
Nussbaum und überlebte.
Von Georgi bis Erntedank wurde jeden
Samstag in der Kapelle der Rosenkranz
gebetet. Auch Maiandachten wurden
gehalten.
 
 
== Laßl-Kapelle ==
[[Bild:LaßlKapelle.jpg|thumb|right|Laßl-Kapelle]]
In der Nähe des Bauernhauses.
 
'''Besitzer:''' Familie Laßl, [[Haitigen]] 1.
 
'''Einrichtung:''' Unter einem Baldachin,
der von vier Säulen getragen wird,
steht eine Marienstatue aus Medjugorje
auf dem Altartisch.
Zwei geschnitzte Holzsäulen stützen
das Vordach der Kapelle.
 
'''Errichtung:''' Diese neue Kapelle wurde
zum Dank 1997 errichtet.
 
 
 
 
 
 
 
 
== Schwendtmühler-Kapelle ==
[[Bild:SchwendtmühlerKapelle.jpg|thumb|right|Schwendtmühler-Kapelle]]
In [[Schrankbaum]] an der oberen Vöckla.
 
'''Besitzer:''' Familie Lugstein, [[Reittern]] 12.
 
'''Einrichtung:''' Das Mittelstück ist eine
alte Lourdesgrotte, die dem Hochwasser
am 8. Juni 1945 standhielt, obwohl
ein Bloch ein Loch in die Mauer riss.
Die Entstehungsgeschichte ist nicht bekannt.
Jedenfalls ist es eine alte Kapelle,
wie sie oft bei Mühlen und Sägewerken
stehen.
Die Lourdesgrotte dürfte ca. 1860 in
die Kapelle eingebaut worden sein.
1962 wurde sie neu aufgebaut und
eingeweiht. Früher wurde im Mai jeden
Abend eine Andacht mit Rosenkranz
gehalten.
 
 
 
 
 
== Hofbauern-Kapelle ==
[[Bild:HofbauernKapelle.jpg|thumb|right|Hofbauern-Kapelle]]
Liegt an der Vöcklataler Bezirksstraße.
 
'''Besitzer:''' Familie Lixl am Schiemerhof,
[[Schwaigern]] 26, vlg. Hofbauer im
Landl.
 
'''Einrichtung:''' In einer Bildnische befinden
sich zwei alte Blechtafeln. Die
rechte Tafel stellt die Krönung Mariens
dar. Sie trägt die Aufschrift: ''"Christliches Andenken an Dominikus Kranzinger in Schweigern, welcher am 29. XI. 1873 am Heimweg tödlich verunglückte."''
(Der 51-jährige Bauer ertrank
in der Vöckla.) Die zweite Tafel
zeigt ein Bergkreuz bei Sonnenaufgang
mit der Aufschrift: „Gelobt sei Jesus
Christus."
Eine Madonna mit Kind und zwei Kerzenleuchter
befinden sich ebenfalls in
der großen Bildnische, die mit einem
Bienenwabengitter abgeschlossen ist.
 
'''Entstehung:''' Entstehungsgeschichte gibt es leider
keine.
Vielleicht reicht sie in die Franzosenzeit
zurück, denn damals ist der Besitzer
des Hofbauerngutes, Tobias
Schachner, am 6. Jänner 1801 an den Folgen
der Misshandlungen durch die
Franzosen gestorben. Möglicherweise
ist es auch eine Gedenkstätte für die
vielen Todesopfer, die die Vöckla im
Laufe der Jahre gefordert hat.
Die Kapelle wurde neu errichtet und
am 21. Mai 1981 anlässlich einer Maiandacht
geweiht. Früher wurde hier in
der wärmeren Jahreszeit jeden Samstag
der Rosenkranz gebetet.
 
 
== Hoad-Kapelle ==
[[Bild:HoadKapelle.jpg|thumb|right|Hoad-Kapelle]]
Steht in der Ziegel-Hoad neben dem
Kirchweg von Raith nach Frankenmarkt.
 
'''Besitzer:''' Familie Gruber, [[Pössing]] 12.
 
'''Einrichtung:''' Neben dem Kruzifix und
Votivbild zieren zwei weitere Bilder
das Innere.
Den Raum schließt ein schönes
Schmiedeeisengitter ab.
 
'''Entstehung:''' Die Kreuz-Todes-Kapelle
in der Hoad ließ Anton Plainer aus
Dank nach einem Überfall errichten. Er
war Viehhändler und hatte oft viel
Geld bei sich. Das Votivbild stellt den
Überfall dar: ''"Anton Plainer (* 26. 4. 1890) im 59. Lebensjahr, Realitätenbesitzer zu Pössing."''<br>
''"Heim vom Viehmarkt ich hier ging, im Wald der Räuber mich empfing. Des Messers Klinge aber brach, bevor er's in die Brust mir stach. Behütet hat mich Gott der Herr. Als Dank dieses Kreuz zu seiner Ehr!"''<br>
Unter dem Kreuz ist ein Gebet aufgezeichnet,
das die Todesangst des Überfallenen ausdrückt:<br>''"O Jesus, mein Jesus, für mich sterbend am Kreuz denk ich nach an deine schmerzvolle Angst und das bittere Leiden. Meine Todesangst und Sterben opfere ich dir auf und vereinige ich mit deinem kostbaren Hinscheiden. Dein Tod - sei mein Leben. Amen. Vater unser. Ave Maria."''
 
 
== Hauskapelle in der Lohninger-Schwestern-Villa ==
[[Bild:HauskapelleLohningerVilla.jpg|thumb|ight|Hauskapelle in Lohninger-Villa]]
[[Hölleiten]] 14, neben der Weißenkirchner
Bezirksstraße.
 
'''Besitzer:''' Franziskusschwestern, Linz.
Hauskapelle der Franziskusschwestern in der
Lohninger-Villa
 
'''Einrichtung:''' Das Altarbild ist als Triptychon
gemalt. In der Mitte über dem
Tabernakel ist eine Madonna, darüber
ist Gott Vater dargestellt.
Links der hl. Josef, rechts die hl. Mutter
Anna, darüber Engel (Maler ist nicht
bekannt).
Die Gemäldefenster zeigen Johannes
d. Täufer, die hl. Theresia v. Avila, den
hl. Petrus und die hl. Franziska v. Rom.
An den Wänden sind Erinnerungstafeln
angebracht, die mit der Familie des Erbauers
im Zusammenhang stehen.
Die Kreuzwegbilder stammen von
Gebhart Fugel.
 
'''Errichtung:''' 1904 erwarb Prälat Dr. [[Josef Lohninger]], Rektor der „Anima" in Rom, ein Grundstück bei seinem Elternhaus und ließ 1905 die „Römische Villa" mit der Hauskapelle errichten.
Baumeister Lukas aus [[St. Georgen im Attergau]]
führte den Bau aus.
 
== Quellen ==
{{Heimatbuch Weißenkirchen}}
{{Heimatbuch Weißenkirchen}}


[[Kategorie:Kapelle]]
[[Kategorie:Kapellen in Weißenkirchen| ]]
[[Kategorie:Weißenkirchen]]

Aktuelle Version vom 18. Dezember 2023, 21:51 Uhr

Die Kapellen in Weißenkirchen im Attergau zeugen von einem tief verwurzelten religiösen Leben in der kleinen Pfarrgemeinde.

Einleitung

Glauben und Religion haben in unserer Region einen hohen Stellenwert, der seinen Ausdruck in den vielen Kirchen, Kapellen und Marterl findet. Heilige Orte sind Zeichen, dass Menschen sich für Gott „geöffnet“ haben. Sie stehen als Zeichen zur Ehre Gottes an unseren Wegen und Straßen. Sie wurden errichtet zum Schutz der Fluren und Felder, oder aus Dankbarkeit, sind zugleich Orte der Erholung und geistigen Einkehr. Sie laden den Vorübergehenden zu Andacht und befreiendem Gebet ein. Sie sind ein uns nachgehender Segen, der uns Kraft gibt, wenn wir uns sammeln und wieder den Weg unseres Lebens weitergehen.

Kapellen in Weißenkirchen im Attergau
WappenWeissenkirchen.jpg
Brandstattmühler-Kapelle | Eder-Kapelle | Glasmacher-Kapelle | Hauskapelle in der Lohninger-Schwestern-Villa | Hoad-Kapelle | Hofbauern-Kapelle | Hubertus-Kapelle Weißenkirchen | Köck-Kapelle | Köttl-Kapelle | Laßl-Kapelle | Mairinger-Kapelle | Reitererbauern-Kapelle | Reschen-Kapelle | Scherndl-Kapelle | Schmied-Kapelle | Schwendtmühler-Kapelle | Waldbauern-Kapelle


Quelle

Herbert Saminger: Heimatbuch der Gemeinde Weißenkirchen im Attergau, Verlag Moserbauer 1999, ISBN 3-900847-56-8